Ortsteil Reiser

Die erste urkundliche Erwähnung von Reiser lässt sich aus dem Jahr 1292 im Mühlhäuser Urkundenbuch nachweisen. Dort noch Risern genannt, das als Pluralform vom althochdeutschen Wort „ris“ sich ableitet und Zweig bedeutet aber wohl auf eine Waldsiedlung hinweist. Eine Urkunde aus dem Jahre 1382 erwähnt Reiser nochmals danach muss der Ort wohl wüst geworden, da aus den folgenden Jahrhunderten kein Schriftgut bekannt ist und auch der Zeitpunkt des Erwerbs durch die Freie Reichsstadt Mühlhausen im Dunkeln blieb. Die Landeshoheit blieb bis 1802 erhalten, ehe die Auswirkungen des Friedensschlusses von Luneville aus dem Jahr 1801 auch die Reiserschen zu Preußen werden ließ. Mit Ausnahme der französischen Besetzung und der damit verbundenen Zugehörigkeit zum Königreich Westfalen blieb der Ort bis zum Ende des 2. Weltkrieges dem preußischen Regierungsbezirk Erfurt zugehörig. Auf der regionalen Ebene gehörte Reiser seit der Gründung des Landkreises Mühlhausen im Jahre 1816 bis zu dessen Aufgehen im Unstrut-Hainich-Kreis 1994 an. Mit der Durchsetzung der Gebietsreform in Thüringen entschied sich der Gemeinderat für den Zusammenschluss mit den anderen vor dem Landgraben liegenden Dörfern und gab 1995 mit Bildung der Gemeinde Unstruttal seine Selbständigkeit auf.
Die landschaftliche Schönheit des Reiserschen Tales und des Flachstales zogen seit Beginn des 19. Jahrhundert die Stadtbewohner aus dem nahen Mühlhausen an. Dies führte zur Eröffnung verschiedener Gastwirtschaften in Reiser, die die neuen Lebensgewohnheiten nutzen wollten. Dieses Interesse blieb bis in die heutige Zeit erhalten, sodass es insbesondere an Wochenenden das Reisersche Tal stark frequentiert wird, wenn auch die gleichnamige Gaststätte derzeit geschlossen ist. Der Fleiß der Bürger und die Förderung durch die Dorferneuerung nach der Wende ließen Reiser zu einem der schönsten Dörfer im Landkreis werden. Zur Zeit leben 404 Einwohner (Stand 31.12.2012) in Reiser. In den Nachbardörfern werden die Reiserschen die Lointemänner genannt, diese Bezeichnung soll seinen Ursprung durch die Handelsleute daher haben, die für die Reisersche Papiermühle als Lumpensammler im Gebiet auftraten.